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Wie entsteht ein MIBA-Spezial?

Spezialisten am Werk

Nach 50 Ausgaben von MIBA-Spezial fragen Sie, liebe Leser, sich sicherlich, wie eigentlich immer diese hervorragenden, hochinteressanten Ausgaben zustande kommen. Möglicherweise vermuten Sie, dass ein Spezial ganz ähnlich wie ein Monatsheft produziert wird. Ausnahmsweise wollen wir Ihnen heute verraten: Es entsteht anders, schon in der Planung gaanz anders …

Bereits hinsichtlich der Ankündigungen im neuen Verlagsprogramm, welches bis zur Spielwarenmesse fertig sein muss, setzt sich die Redaktion im Herbst des Vorjahres ein Stündchen zusammen und “brainstormt” über die kommenden Spezial-Ausgaben. Für den Fall, dass die Besprechung doch etwas länger werden sollte, beginnt man gleich in aller Herrgottsfrühe um 9 Uhr.

“Hat irgendjemand eine Idee?” Der Chefredakteur Thomas Hilge blickt aufmunternd in die Runde und wartet auf Resonanz. Der Chef vom Dienst Martin Knaden denkt jedoch ebenso versonnen wie geistesabwesend an seine Lieblings-Spezials wie “Fahrzeugbau”, “Schiffe und Eisenbahn”, “Zahnradbahnen” oder “Schiene und Straße” - schöne Themen, aber leider ein für allemal verbraten. Von Resonanz keine Spur. Die beiden anderen Anwesenden, Joachim Wegener und Gerhard Peter, schweigen möglichst unauffällig.

Lutz Kuhl erscheint mit Verspätung und frisch gefüllter Kaffeetasse zur Besprechung. Exklusiv für ihn wird die im Raum schwebende Frage noch einmal ausgesprochen: “Hast du eine Idee?”

“Ich?!?” In Lutz' Tonfall scheint etwas Empörung mitzuschwingen, als käme schon die Unterstellung von Idee einer Zumutung gleich.

Der Chefredakteur - ganz Führungskraft - versucht die Diskussion zu beleben: “Was erwartet denn der geneigte MIBA-Leser?”

“Haben wir denn nur einen?”, erkundigt sich jw und schlägt vor, den Mann doch direkt anzurufen. Er solle sich halt vier Themen wünschen und die Sache wäre geritzt.

Die Heiterkeit hält leider nicht lange an und schlägt gleich wieder in dumpfes Brüten um. So vergehen die nächsten Minuten in andächtiger Stille.

“Wir könnten doch mal was über die vergessenen Bahnen der Inkas machen!” gp steht wirklich jedem Aspekt des schienengebundenen Verkehrs sehr aufgeschlossen gegenüber. Er muss aber auf Nachfrage zugeben, dass der Modellteil bei diesem Thema zwangsläufig etwas schwierig zu realisieren wäre. Und Modell muss sein, wir sind hier schließlich bei der MIBA.

“Ein Leser regt an”, treibt nun wieder jw, Gralshüter der Leserbriefseiten, die Sache voran, “wir sollten doch mal die Kleinbahn von Südwestoberkleinbachhausen nach Niederunterdingenskirchheim in Vorbild und Modell darstellen. Er wohnt nämlich da in der Gegend.”

Der Chefredakteur wittert Morgenluft: “Hm, hat der Mann denn irgendwelche Unterlagen vom Vorbild, die er uns zur Verfügung stellen könnte?”

“Das nicht, aber er hofft, wir hätten welche …” jw hatte sich für den Vorschlag ohnehin nicht so richtig begeistern können.

Weitere, quälend lange Pausen lassen die Zeit verstreichen. Das ursprünglich angesetzte Stündchen ist längst um und der kleine 11-Uhr-Hunger überfällt hinterrücks einen nach dem anderen. Thema für Thema wird angedacht und gleich wieder verworfen. Speziell soll das Heft schon sein - schließlich steht Spezial drauf. Andererseits darf es nicht so speziell sein, dass sich niemand mehr zum Kauf entschließt. Eine schmale Gratwanderung.

Es wird bis nach der Mittagspause vertagt. Punkt halb zwei setzt man die Bespechung mit weiterem Schweigen fort. Von Zeit zu Zeit bedient jemand den einarmigen MM-Banditen und hofft, die Energie der Schokoladenlinsen käme seinen Hirnwindungen direkt zugute.

Lutze Kuhl zeichnet stumm auf dem leeren Block herum, denkt sich MK. Statt typischer, nämlich abstrakter Telefonkritzeleien geht es bei lk als gelerntem Grafiker jedoch eher figürlich zu. Allerdings hat sein geneigter Leser inzwischen eine bedenkliche Schieflage erreicht.

Gegen drei steckt Kerstin Gehrmann, die Redaktionsassistentin, den Kopf durch die Tür: “Wenn in der nächsten Viertelstunde das Telefon klingelt, müsst ihr selbst rangehen. Ich bin mal schnell auf der Post.”

“Hm, okay”, murmelt th und keiner der Beteiligten hätte einen Pfifferling verwettet, dass diese völlig nebensächlich erscheinende Information bei ihm weiter als bis zum Trommelfell drang.

Doch dann geht ein Ruck durch MIBA-Land: “Post! Ja klar, Bahnpost!!!”, redet plötzlich alles durcheinander, “Klassethema! Kann man durch alle Epochen nudeln. Es gibt jede Menge Vorbild. Und heutzutage immer mehr Modelle! Ist echt im Trend!” Erleichterung macht sich breit. Das erste Spezial-Thema 2002 ist gefunden. Na, denn.

Solchermaßen beflügelt bleiben die Gehirnwindungen auf Touren. Die Überlegungen werden immer besser und - vor allem - realistischer. Spät in der Nacht ist der Notizzettel prall gefüllt mit Themen, jedes Thema ist in seinen Teilaspekten ansatzweise konkretisiert und eine Liste der möglichen Autoren liegt auch schon vor.

Zwar hat die Sache einen Haken: Das Heft muss noch komplett produziert werden. Aber bis zur Abgabe im nächsten Jahr ist ja noch viiiel Zeit …

Jetzt wirds ernst

Mit dem Abgabetermin ist es wie mit Ostern, Weihnachten und der Spielwarenmesse: Das Datum ist lange im Voraus bekannt und steht doch urplötzlich vor der Tür.

“Hat sich eigentlich schon jemand ums Spezial gekümmert?” Der Chefredakteur hat ein Händchen dafür, die Erholung des zurückliegenden Weihnachtsurlaubes gleich wieder zunichte zu machen. “In zwei Wochen ist wieder mal Abgabe.”

Ach, du Sch…, äh Schreck! Sicher, man hatte vor der Weihnachtspause selbstverständlich mit den üblichen Verdächtigen telefoniert, hatte sie über Inhalt, Umfang und Terminlage genauestens informiert und selbstverständlich die allerherzlichsten Jahresendwünsche an die Gattin ausrichten lassen. Aber hatte das auch genützt? Man hängt sich also wieder an den sprechenden Knochen und erkundigt sich teilnahmsvoll nach dem aktuellen Stand der Dinge.

“Äh, ja, meine Kamera hat leider den Film nicht belichtet. Ich fürchte, ich kann die Bastelschritte nicht im Bild zeigen. Ist das ein Problem?” Der Autor ist am Boden zerstört. Der Redakteur auch. Noch mal aufwändig bauen geht nicht, weder aus terminlichen noch aus persönlichen Gründen - die Gattin hatte während der Feiertage sowieso schon mehrfach an der roten Karte genestelt.

Also umdisponieren. Die Bastelschritte finden nur noch im Text statt und der Beitrag wird etwas kürzer. Dafür kann ja ein anderer länger werden.

Solchermaßen vorgewarnt das nächste Gespräch: “Ich versteh das nicht. Gestern hat der Computer noch funktioniert. Wie ich aber grade eben den Text und die Corel-Dateien abspeichern will … da ist gar nichts mehr … der bootet nicht mal … Ich muss erst ein völlig neues System aufspielen. Wann braucht ihr die Sachen denn allerspätestens?”

Wir brauchen die Sachen allerspätetens gestern, denkt sich der Redakteur im Stillen und flötet mit umso freundlicherer Stimme: “Äh, du, äh, kein Problem, wir können den Beitrag auch noch nachreichen. Die paar Scans fängt die technische Herstellung locker auf.” Hofft er zumindest im Stillen.

Drittes Telefonat: “Jawoll, alles klar, die Sachen sind fix und fertig. Hab ich euch vorletzte Woche zugeschickt.”

Na dann ist ja alles in … Vorletzte Woche?!? Der Umschlag hätte längst da sein müssen, ist es aber nicht. Man sollte Feiertage abschaffen! Millionen von Frohe-Weihnachten-und-einen-guten-Rutsch-Grußkarten verstopfen die Briefzentren und müllen unseren Umschlag zu. Unseren Umschlag! Mit dem schönen und vor allem fertigen Beitrag! Verflixte Schneckenpost.

Wenn man doch nur etwas aus dem Fundus nehmen könnte. Für das Monatsheft liegt jede Menge auf Halde und wartet nur auf ein paar leere Seiten. Aber leider passt kein vorrätiger Beitrag zu diesem Spezial.

Mit der Zeit entspannt sich die Situation aber doch. Nach und nach kommen die Artikel ins Haus. Bilder werden gesichtet, Texte redigiert, Layouts gestaltet und mit dem näher rückenden Abgabetermin gewinnt die Sache an Kontur. Die ursprüngliche Heftplanung ist längst überholt, die aktuelle Version auch nicht mehr aktuell, aber irgendwie schafft es die Redaktion, am letzten Tag die letzte Seite fertig zu stellen.

Wenn jetzt der G4 streikt … aber nein, er streikt nicht. Er brennt die CD mit den Dateien und während schon der Paketkurier mit den Hufen scharrt, findet jemand auch noch den Klebebandabroller.

Ächz, geschafft, wieder mal ein Spezial fertig. Wie viel Zeit ist bis zum nächsten Monatsheft? Egal, werden wir auch noch schaffen. Denn wie sagte einst Sepp Herberger: Nach dem Heft ist vor dem Heft. Oder jedenfalls so ähnlich …
MK

 

Der geneigte MIBA-Leser

Die Redaktionsmitglieder legen die Themen der Spezials 2002 fest. Wann werden sie endlich von der Muse geküsst? Von links nach rechts grübeln: Lutz Kuhl (lk), Gerhard Peter (gp), Joachim Wegener (jw), Martin Knaden (MK) und Thomas Hilge (th).

Abgabetag. Raus! Mit herrischer Geste wird dem vertrauenswürdigen Paketkurier der rechte Weg gewiesen, derweil man selbst erschöpft in den Seilen hängt.

Fotos: MK, Zeichnung: lk


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