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 Anglizismen sind Bullshit!
[Abbildung zur Leseprobe]Anfang September kürte der Verein Deutsche Sprache (VDS) den Duden zum „Sprachpanscher“ des Jahres. Prust! Ausgerechnet den Duden! Begründet wurde die Wahl mit der allzu unkritischen Verwendung von An­glizismen. Das mag vielen zutiefst aus dem Herzen sprechen, hat doch der eine oder andere seit den beiden zurückliegenden Rechtschreibreformen mit den Mannheimer Mannen noch eine kleine Rechnung offen.

„Cool down!“, möchte man aber den empörten Leuten vom VDS zurufen, bevor ihnen doch noch Old Conny im Traum erscheint, denn es geht noch weit schlimmer. Bahnkunden beispielsweise sind nämlich nicht nur mit allerlei betrieb­lichen Missständen gestraft, sondern hatten bis vor kurzem auch noch Anglizismen en gros zu ertragen: Ticket statt Fahrkarte, Counter statt Schalter und Flyer statt Flugblatt sind nur einige Beispiele, die nicht immer als gelungen angesehen werden können.

OK, wenn ein Begriff deutlich knapper ist als sein inländisches Pendant, besteht eine gewisse Chance auf Akzeptanz. Aber ist „Call-a-Bike“ wirklich besser als „Mietfahrrad“? Wohl nicht, dachten sich die Manager der Deutschen Bahn und drehten die damals von Hartmut called Bahnchef Mehdorn (seines Zeichens als „Sprachpanscher“ 2007 auch schon stolzer Preisträger) eingeführte Flut von ach so modernen Wörtern wieder zurück.

Es gibt sogar ein Glossar von sage und schreibe 2200 Begriffen und ihren hiesigen Entsprechungen, die sowohl für die interne wie auch für die externe Kommunikation den Bahnmitarbeitern verbindlich vorgeschrieben sind. Wenn jetzt noch der Zwischen-Stadt-Schnellzug samt seiner Klimaanlagen funktionieren würde, wäre die Bahn einen Schritt vorangekommen.

Aber wohl nur einen kleinen Schritt. Wer im Internet statt der deutschen Adresse „bahn.de“ das internationale „deutschebahn.com“ eingibt, sieht nach wie vor das Bahnlogo mit den inhaltsleeren Schlagworten „Mobility Networks ­Logistics“ geschmückt. Es gibt also noch viel zu tun ...

Und die Modellbahnhersteller? Sie nehmen sich - wie es halt ihrer Aufgabe entspricht - ein Vorbild bei der Bahn. Doch statt nur Loks, Wagen und Gleise verkleinert zu adaptieren, wird neuerdings auch die Anglizismeritis übernommen: Auf den Neuheitenblättern von Roco prangte in diesem Jahr „It's a Man's World“, bei Fleischmann dominierte „German Excellence“. Noch ein Beispiel gefällig? Dann schauen Sie doch mal auf die Rückseite dieses Heftes!

Wenn also unsere Modellbahnhersteller das Vorbild als Vorbild nehmen, sollten sie auch dessen sprachliche Entwicklung nicht aus den Augen verlieren. Die leitenden Herren der Bahn verteilen das besagte Glossar (ob da wohl auch das Wort „Manager“ aufgelistet ist?) sicherlich gern - meint
Ihr Martin Knaden



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