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Der Loreley-Express

 
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Das blaue F-Zug-Netz war das Spitzenangebot im Reisezugdienst der jungen Bundesbahn. 100 bzw. 120 km/h schnell, hatten diese Züge wesentlich kürzere Reisezeiten als die damaligen Schnellzüge. Ein berühmter Bundesbahn-F-Zug der Epoche 3 ist das Vorbild für Märklins H0-Garnitur "Loreley-Express". Wie genau sie dem Original entspricht, schildert Michael Meinhold.

Fünfzehn Jahre lang verkehrt er unter der Zugnummer F 163/164 zwischen Basel und Hoek van Holland: der "Loreley-Express", neben "Rheingold", "Rheinpfeil" und der legendären "Rheinblitz"-Gruppe einer der bekanntesten F-Züge der Epoche 3. Als Tagesverbindung von (England-) Holland durch Westdeutschland in die Schweiz wird er - bevor solche Trips mit einer Convair 440 unternommen werden - vor allem vom englischen Publikum geschätzt, das übrigens auch mittelbar für seinen Namen sorgt: Immer wieder waren in England Verwechslungen zwischen F 9/10 "Rhein-Pfeil" und F 163/164 "Rheingold-Express" aufgetreten.

Die Deutsche Bundesbahn bezeichnet daraufhin ab dem 17.5.1953 die schnellste und qualitativ beste Verbindung Hoek-Basel F 10/9 als "Rheingold-Express" und tauft den F 164/163 "Loreley-Express" - einer Anregung der Holländer ebenso folgend wie zahlreichen Vorschlägen des DB-Wettbewerbs von 1952 "Züge suchen einen Namen".

Wie der "Rheingold-Express" ist der "Loreley-Express" anfangs aus blauen Schürzenwagen der Gruppe 39 gebildet, die auf den Seitenwänden den Schriftzug "DEUTSCHE BUNDESBAHN" in erhabenen, silberfarbenen Lettern tragen. Bis 1955 führen beide Expresszüge aufgrund alliierter Vorbehalte einen blauen CIWL-Speisewagen; erst ab dem 3.6.1956 kommt ein roter DSG-Speisewagen zum Einsatz, und gleichzeitig führt der bislang dreiklassige F 163/164 nur noch die 1. und 2. Wagenklasse.

Die Zugbildung im Sommerfahrplan 1956 ist es auch, die Märklin für seinen "Loreley-Express" übernommen hat: Die vier Wagen entsprechen bis hin zu Ordnungs-Nummer und Wagenlaufschild haargenau der vom Verfasser im MIBA-Report "Zugbildung (1) - Reisezüge der Epoche 3" dokumentierten Ausführung.

Diese authentische Adaption eines bestimmten Zugteils ist zweifelsohne vorbildgerechter als eine mehr oder weniger beliebige Schrumpfung des kompletten Zuges, der - siehe Reihungsplan - auf seinem deutschen Laufweg zwischen Basel und Köln neun und ab Köln immerhin noch sieben Wagen zählt. Wer den ganzen "Loreley-Express" im Abschnitt Köln-Basel darstellen bzw. fahren möchte, benötigt drei weitere AB- und einen zusätzlichen B-Wagen, nicht zu vergessen den Gepäckwagen: Hier dürften, ungeachtet der Unterschiede im Finish, Liliput-Schürzenwagen und der neue Fleischmann-Packwagen die preiswertere Lösung als der Kauf von drei weiteren MHI-Garnituren sein ...

Es muß indes nicht immer nur der "Loreley-Express" sein: Wer sich nicht an den Ordnungs-Nummern und Klassenbezeichnungen stößt, kann die Garnitur aus drei blauen und einem roten Schürzenwagen auch als F 21/22 "Rheingold" deklarieren, denn in dieser Zusammensetzung fährt der Flügelzug zum "großen" Rheingold-Express gleichfalls im Jahr 1956 zwischen München und Köln.

Spätestens 1959 ist es übrigens mit der Schürzenwagen-Herrlichkeit ohnehin vorbei; der Zugbildungsplan weist für dieses Jahr für alle hier genannten Rheinstrecken-F-Züge die 26,4-m-Neubauwagen aus.

Welche Lokomotiven haben nun unseren "Loreley-Express" aus Schürzenwagen gezogen? Die Bespannungsübersichten für schnellfahrende Züge nennen für 1955 Offenburger 01 zwischen Basel Bad Bf und Mannheim, die hier von Ludwigshafener 03.10 abgelöst werden; von Köln bis zur Grenzstation Kaldenkirchen sind 23 aus Mönchengladbach zuständig. 1958 fahren Heidelberger E 10 von Basel SBB nach Ludwigshafen, V 200 aus Hamm P bis Köln und Gladbacher 23 bis Venlo (in der Gegenrichtung entsprechend umgekehrt).

Die stimmigste und auch fotografisch meistdokumentierte Zuglok dürfte die 03.10 sein, deren Altbaukessel-Modell von Rivarossi immer noch auf sich warten läßt; Weinerts 03.10 mit Neubaukessel ist keinesfalls verkehrt, denn die Ludwigshafener Laufpläne von 1957/58 weisen auch den dort stationierten neun Neubaukessel-03.10 den "Loreley-Express" zu. Und die legendäre stahlblaue 03 1014 von 1950, dargestellt von Märklins blauer 03 1043 - warum eigentlich nicht?

Alles in allem: Wie weit man es mit der Zugbildungs-Authentizität treiben will, bleibt dem persönlichen Ermessen (und dem Geldbeutel) jedes einzelnen überlassen. Ein schöner Zug ist er allemal, der "Loreley-Express" aus Göppingen.

mm


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